aufgepasst beim Online-Broking. Denn neuerdings machen sich Betrüger
nicht nur über Internet-Konten, sondern auch über Internet-Depots her.
Zunächst funktioniert das wie beim normalen Phishing (Password Fishing,
zu Deutsch: Passwort-Fischen) auch: Ein Unbefugter verschafft sich mit
einer gefälschten E-Mail oder Website die Zugangsdaten nichtsahnender
Bankkunden, die meinen, ihre Bank hätte diese Daten von Ihnen abgefragt.
Aber anders als bei einem normalen Konto kann ein Betrüger ein Depot
nicht einfach abräumen. Schließlich wird hier das meiste Geld in Form
von Wertpapieren verwahrt, und die Bargeldbestände auf dem
Verrechnungskonto lassen sich nicht beliebig auf andere Konten überweisen,
sondern nur auf das Referenzkonto des Depotinhabers.
So haben findige Betrüger jetzt eine andere Methode ersonnen, arglose
Depotinhaber um ihr Geld zu bringen: Sie verkaufen Aktien aus einem
fremden Depot und kaufen davon andere Aktien. Genauer gesagt kaufen sie
Aktien von Unternehmen, die längst nicht mehr wirtschaftlich aktiv sind,
folglich keine Gewinne mehr machen und auch (fast) nichts mehr wert sind,
so genannte Penny Stocks (wörtlich Pfennig-Aktien).
Solche Penny Stocks werden an der Börse kaum noch gehandelt, und das
nutzen die Betrüger gnadenlos aus: Sie decken sich vorher unauffällig
damit ein. Dann verschaffen sie sich mit den geraubten Bankdaten Zugang
zu den Depots ihrer Opfer und ordern einfach für hohe Summen diese
Penny Stocks. Die enorme Nachfrage treibt den Preis sofort in die Höhe,
und die Betrüger setzen auf diese Weise ihr Aktienpaket zu einem
deutlich überhöhten Preis ab.
Daher die dringende Warnung: Geben Sie Ihre Depot-Zugangsdaten niemals
aus der Hand. Folgen Sie auf keinen Fall einer E-Mail mit der
Aufforderung, sie an Ihre Bank preiszugeben. Denn der Absender dieser
E-Mail ist nicht Ihre Bank, sondern ein Betrüger, der nur vorgibt, im
Namen Ihrer Bank zu handeln.
Und noch ein Tipp, der Sie vor Phishing schützt: Suchen Sie Ihre Bank
oder Ihren Broker niemals über eine Suchmaschine, sondern geben Sie
immer die Adresszeile vollständig in Ihren Browser (also Ihr
Internetprogramm) ein. Dann kann kein Betrüger Sie mit einem gefälschten
Suchergebnis auf eine falsche Bankenseite locken. Außerdem empfiehlt es
sich, Ihren Depotbestand regelmäßig zu überprüfen. Dann fallen Ihnen
Unregelmäßigkeiten sofort auf, und Sie können dagegen vorgehen.
